Buch - In Richtung Stoppelfelder
Rezension

In Richtung Stoppelfelder – Lene Jansen

Werbung / Rezensionsexemplar

|   Autor:  Lene Jansen   |   Verlag: SP   |  Seiten:  181   |   eBook/TB   |   Mehr Infos   |

 

Meine Meinung 

Ein Charakter kann sich verändern. Also natürlich kann er das, aber hier, in dieser Geschichte, war es anders. Ich mochte Hannes anfangs nicht wirklich. Klar, er hat Jule vor Ewigkeiten das Herz gebrochen, wer würde ihn dann schon mögen? Doch ich sah nicht hinter die Fassade, hinter das Bild, das mir zu Anfang geboten wurde. Jede Medaille hat zwei Seiten und somit auch jede Geschichte. Am Ende kann ich voller Überzeugung sagen, dass ich ihn mag. Sehr sogar! Er ist kompliziert, wenn man ihn nicht kennt, doch eigentlich ganz simpel gestrickt. Aber nun genug. Lernt ihn einfach kennen. 

Hier in der Story kam es ganz anders, als ich erwartet hatte. Gut, es gab nur zwei Möglichkeiten doch dieses Buch beinhaltet so viel mehr, als ich glaubte. Es dauerte allerdings etwas, bis ich es begriff.

Diese Fahrt mit der Bahn – die Kapitel waren Bahnstationen, was ich super fand und mal was Anderes ist – war ein Gefühlserlebnis durch und durch. Manchmal – am Anfang – verstand ich Jule nicht unbedingt. Musste ich auch nicht, denn bestimmte Emotionen oder Handlungen kann man nicht erklären. Ich fühlte jedoch alles. Nach und nach verstand ich auch immer mehr und lernte Jule, sowie auch Hannes besser kennen. Jule will ich gar nicht näher beschreiben, denn man erfährt es im Laufe der Geschichte besser, als ich es hier sagen könnte. 

 

Was wäre, wenn…? Und das war schon immer eine selten dämliche Frage.

 

Wo am Anfang noch Wut, Enttäuschung, Kummer, Schmerz, Trauer und Frust hoch im Kurs stand, änderte sich das im Laufe des Buches in Erkenntnis, Verständnis und Dankbarkeit. Gerade zum Ende hin konnte ich meine Tränen nicht mehr unterdrücken und benötigte etliche Taschentücher. Auch zwischendrin hatte es mich manchmal. Ja, die Geschichte nahm mich echt mit. Auch, weil sie realer nicht sein könnte. Klar, die Erklärung hier trifft nicht bei jedem zu, aber es gibt immer einen Grund. Sie geht ganz tief, ins Herz. Eine emotionale Achterbahnfahrt mit ein wenig Zittern, denn kurz vor Schluss passiert noch was. 

Die Autorin hat hier eine wundervolle Geschichte erschaffen, mit einem Thema, das sehr viel zum Nachdenken anregt. Vieles scheint auf den ersten Blick einfach erklärt, doch man muss genauer hinsehen, auch, wenn es einen selbst betrifft, und vor allem weh tut. 

So viele Kleinigkeiten, die eine ganz große Bedeutung haben. Nein, ich hätte nicht mit solch einer Geschichte gerechnet, die einen langsam heranführt, mit wundervollen Worten und mitten ins Schwarze trifft. Ich hatte am Anfang keinen Plan, was auf mich zukommen würde und war doch ab und an skeptisch, ob sich das alles so entwickeln wird, dass es gut ist. Aber das hat es! Und wie! 

 

Du fragst, was geht? Dabei möchte ich wissen, was bleibt.

 

Die erste große Liebe vergisst man nie. Für manche wird es sie vielleicht auch bleiben, manche finden andere. Manche wünschen sich diese zurück und werden nie wieder diese Zufriedenheit haben, auch, wenn man sie selber verbockt hat. Und ja, manche werden ihr Glück wo anders finden. 

 

 

Fazit: Eine Zugfahrt der anderen Art, die mit wahnsinnig vielen Gefühlen, Selbstfindung, Erklärungen, Lebensweisheiten und Ratschlägen besticht. Echt, ehrlich. Absolut wundervoll!

 

 

 

 

 

Klappentext

 

Ich verschwendete Zeit, die wir nicht hatten, indem ich den verlorenen Tagen hinterhertrauerte, bevor sie vorbei waren.“

Jule ist auf dem Weg zur Beerdigung ihrer besten Freundin, im Gepäck einen Berg Erinnerungen und zu wenig Kraft für zu viel Trauer. Ausgerechnet in diesem Moment trifft sie im Zug auf Hannes ‑ ihre erste große Liebe. Seinetwegen hat sie damals ihr Heimatdorf, ihre Freunde und ihre Familie verlassen. Nur um sich Jahre später allein in den Trümmern ihrer Beziehung wiederzufinden. Und jetzt? Nach einem Jahrzehnt Funkstille liegen plötzlich hunderte Kilometer vor und nur anderthalb Meter zwischen ihnen. Es beginnt eine siebenstündige Reise durch Vergangenheit und Gegenwart, auf der die beiden immer häufiger über die Frage stolpern, ob sie noch die sind, die sich damals verloren haben.

Eine Geschichte über die erste große Liebe im Schulterblick, über echte Freundschaft und über die Sehnsucht nach der Heimat.

 

 

Eure Patrizia

 

 

 

 

Bildquellen: Lene Jansen, eigenes Foto

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